Lebensverändernde Effekte von Büchern in 2012? Nach der Lektüre von Johann Holtrop (Suhrkamp, 2012) von Rainald Goetz habe ich angefangen, ausgewählte Wirtschaftsseiten zu lesen. Früher hatte ich das „Buch“ mit den „Ausbeutungsnachrichten“ und Seiten wie „Geld & mehr“ vor der Lektüre der Zeitung angewidert aus dem Blatt gerupft und entsorgt. Eine Diagnose des Jahres verdanke ich Beatriz Preciados Pornotopia (Wagenbach, 2012), das von dem Zusammenhang von Architektur und Pornografie und dem Abstieg der Leitwährung Heterosexualität in die Wunderlichkeit berichtet. Die Diagnose aber ist Preciados Antwort auf all diejenigen, die nun im dritten Jahr über Retro klagen oder darüber debattieren wollen: Unser Verhältnis zu den großen Vergangenheiten ist nicht das eines Rückblicks, es ist das der Nekrophilie. Im Zeitalter forcierter Biopolitik und Echtmenschenästhetik kein Wunder, dass man anfängt, tote Körper zu begehren. In every dreamhome a heartache.