Wenn sie nicht wie Kubricks Full Metal Jacket sich direkt auf Grimmelshausen („Private Joker“) beziehen, sind fast alle Filme der letzten zwei Jahre Faust-Verfilmungen (von zwei, drei Wilhelm Meister-Bearbeitungen einmal abgesehen). Ich behaupte dies ja schon länger, vor kurzem gab mir Robert De Niro mit dem einzigen guten Satz des Films Angel Heart recht, als er dem zwei Stunden lang begriffsstutzigen Mickey Rourke die Bedeutung des Pseudonyms Louis Cyphre enthüllt: „Mephistopheles hätte sich in Manhattan einfach nicht so gut gemacht!“
Hier aber kommt der allerbeste Satan seit Gustaf Gründgens, Jack Nicholson nämlich, dazu Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer als Gretchen und Marthe Schwerdtlein in einem bzw. in dreien. Einsame, begabte (sie bildhauern, spielen Cello, schreiben Artikel), gelangweilte Frauen ohne Mann in einem Provinznest, die die Fähigkeit haben, wenn sie sich zu dritt ganz fest etwas wünschen, ihre Träume in Erfüllung gehen zu lassen. Der ideale Mann, der dabei herauskommt, kann natürlich niemand anderes sein als der Teufel, der nicht nur, wie die Neger schon immer wußten, all the best tunes hat, sondern auch all the best conversation, Food, ein wunderbares Castle, Gemäldesammlung, Videorecorder, Diener, exotische Früchte und sinnliche wie übersinnliche Fähigkeiten. Leider hat er natürlich auch die handelsüblichen Nachteile kleiner Teufel, infolge derer z. B. eine fundamentalistische Eiferin, die sich dem sinnenfrohen Treiben widersetzt, sich zu Tode kotzen muß. In diversen magischen Schlachten bekämpfen sich die nun skrupulösen Hexen, die Gewalt gegen Personen als moderne Ami-Emanzen natürlich ablehnen, und der Satansknecht, der sein bißchen (viel) Liebe um jeden Preis will, wobei, weil dies ein moderner Film ist, der der Vorlage eines modernen Autors (John Updike) folgt, die Hexen am Schluß, jede von einem Satanssohn beschenkt, diesen Krieg gewinnen, der George Miller, einem der wenigen Meister des Bizarren, wie man sie sonst nur noch unter den Regisseuren der neueren Twilight-Zone-Schule findet (u. a. Joe Dante, Wes Craven), die Gelegenheit gibt, Masken-, Kostümbildner und Windmaschinen Nächte durchmachen zu lassen.
Das allein aber hätte noch nicht genügt, diesen Film so gut zu machen, wie er ist, dazu brauchte es neuer Höhepunkte an selbstgefällig-selbstherrlichen Großmimen-Allüren des einzigen lebenden Schauspielers Jack Nicholson, der nun das, was er sogar in The Shining noch unterdrücken mußte, gestaltend austoben kann, wobei ihm rhetorisch-pointierte Monologe („Ihr seid nicht die einzigen drei Frauen auf der Welt.“) behilflich sind. Großer Spaß.