Eddie Murphy ist wahrscheinlich der größte Komiker, den die USA in den letzten zehn Jahren hervorgebracht haben. Sein Partner in 48 Stunden, der knarzige Nick Nolte, konnte mit seinem Horst-Hrubesch-Charme gegen den flinken Spott des schwarzen Entertainers noch knapp bestehen. Dan Aykroyd, vor Jahren als einer der Blues Brothers gefeierte Kino-Entdeckung, muß sich diesmal verzweifelt anstrengen, von Eddie Murphy nicht vollends an die Wand gespielt zu werden.
Eddie Murphy stammt aus dem Komödiantenstab der populären US-Show Saturday Night Live, aus dem auch Belushi und Aykroyd hervorgegangen sind. Seine Spezialität war die Parodie schwarzer Stars von Michael Jackson bis Stevie Wonder. Sein Spielfilm-Debüt in 48 Stunden machte ihn zu Recht zum gefeierten Darsteller, seine bösartigen Comedy-Soli waren selbst in den größten Showpalästen New Yorks ausverkauft. Eddie Murphy ist der schwarze Star, der Komödiant, maßgeschneidert zur Ära des Jesse Jackson und der vielen neuen schwarzen Bürgermeister in US-Großstädten. Er ist schwärzer als Sammy Davis Jr., lustiger als Bill Cosby, größer als Richard Roundtree und besser als Sidney Poitier.
Dennoch mußte für seinen zweiten Film eine Story her, die auch das weiße Publikum der USA mit ansprechen und den Export nach Europa ermöglichen würde. Man fand sie in einer Variante der ewigen Erbe-Umwelt-Debatte. Zwei alte Kapitalisten-Knacker streiten sich, was denn nun den Menschen zum Winner werden lasse, Milieu oder Gene, und schließen eine Wette. Um den Beweis antreten zu können, manövrieren sie kurzerhand den in Harvard erzogenen Leiter ihres Unternehmens ins Elend und greifen einen Ghetto-Schwarzen auf, dem sie die Leitung der Firma anvertrauen. Natürlich gewinnt die Umwelt-Fraktion, allein schon, weil Eddie Murphy niemals versagen würde, weder als Penner noch als Großbankier. Es kommt aber noch besser: Eddie findet den inzwischen in den Slums gelandeten Harvard-Absolventen Dan Aykroyd, um den sich eine (von Jamie Lee Curtis hervorragend gespielte) Prostituierte kümmert, und tritt mit ihm gemeinsam zum Kampf gegen das Kapital an – auf private, amerikanische Weise allerdings, in Form einer Racheaktion, bei der die beiden Spielfiguren der Wette reich und die Spieler arm werden. Im Verlauf der Aktion kann man Eddie Murphy in der Verkleidung eines kamerunischen Austauschstudenten und Dan Aykroyd als Rastafari erleben und viele brillante Wortschlachten.
Ob deren Geist genauso gut von der Synchronisation übertragen wurde, wie das bei 48 Stunden, einer Sternstunde der deutschen Synchronisationskunst, gelungen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich sah den Film im Original. Der Titel Trading Places ist mit Die Glücksritter schon mal unglücklich übersetzt.