Auch hier wurden mit Techno und Elektronik-Lifestyle die Karten neu gemischt: die Synthese aus dem alten, in der Regel nach innen gerichteten Gebrauch des Halluzinogens (LSD, Mescalin, teilweise auch die THC-haltigen) und den Laber- und Angeber-Sozial-Drogen Koks und Speed fand sich in Ecstasy bzw. den Stilen, auch bestimmte alte Drogen neu zu nehmen: als gleichzeitig von innen glühende Sprachlosigkeit und entschieden soziale Außenorientierung. Zuerst steigerten sich im Verhalten der betroffenen AkteurInnen die Vorteile beider Drogengebrauchsstile: Soziales wurde durch intensive Innigkeit statt durch Ego-Expression hergestellt, Innerlichkeit sozialisiert. Später überwogen wie immer, wenn Drogen länger around sind und die Alternativkapitalisten sie in die Finger kriegen, die klassenspezifischen Nachteile beider User-Stile. Das ständige intimitätsverletzende Ey-Du-Umarmen kam aus dem Grab der Siebziger-Psychedelia gekrochen. Am Speedmäßigen verreckten die Leute sowieso. Währenddessen wurde Drogengebrauch gesamtgesellschaftlich immer nach demselben Muster entsorgt: man isolierte den Drogenaspekt, der von der Images verwertenden Industrie mitgekauft war, und schmiß die mit ihm stigmatisierten User auf denselben Müllhaufen innerstädtischer Repressionspolitik, auf dem Punks und Junkies schon eine Weile lagen. Neuerdings soll es in der Model-Welt einen Heroin-Chic geben. Selbst Bill Clinton warnte. Models sind natürlich weiter geil und sollen den Chic behalten, Heroin aber muß endlich wieder Gosse werden.