Kaleidoscope Sound

Eines der Ergebnisse des New Music Seminars war, daß es den Independent Labels so gut geht wie noch nie, daß immer mehr möglich wird, nicht zuletzt, weil die Industrie nur noch hohe Stückzahlen von möglichst wenig Titeln verkaufen will. Neu ist, daß immer mehr Musiker, nicht nur wie früher aus Not, sondern quasi als neue kreative Disziplin Platten verkaufen, gestalten, vermarkten, was mit SST sicher die auffälligsten Ergebnisse gezeitigt hat: Musiker spielen Business. Es gibt aber noch weit mehr Beispiele für diese Entwicklung: als Eastcoast-Gegenpart den Ex-Shockabilly-Mann Kramer mit seinem Shimmy-Disc-Label; kein Musiker, aber noch eigenartiger: Richard Jordan von Fundamental. Und schließlich Joe Foster, der irgendwann mal bei Cult Figures / Zip Nolan angefangen hat – legendäre frühe Rough-Trade-Gruppe –, bei den TV Personalities lange mitspielte und bei Dan Treacys Whaam!-Label erste Erfahrungen sammelte, von Alan McGee als Creation-Hausproduzent aufgebaut werden sollte – und dennoch jahrelang als Versager der Indieszene Englands galt –, hat mit Kaleidoscope Sound in gut einem Jahr eines der interessantesten Labels der Insel aufgebaut und Diedrich Diederichsen die Geschichte seines bewegten Lebens erzählt.

In dem Monat, als 1982 Kirk Brandon den Weg aufs Titelbild von Sounds sich bahnte, sahen mein Bruder, 13 Skinheads und ich ein Konzert der Television Personalities im Hamburger „Versuchsfeld“, wo später einmal, auch wg. der Belastungen dieses Abends, der Fußboden durchbrechen sollte. So konnte man sich damals noch amüsieren.

Wir liebten die Television Personalities, und sie spielten viele lustige Zugaben und Coverversionen, etwas, was damals noch nicht die große Mode war. Die Skinheads liebten die Television Personalities auch, wenn auch nicht aus so ganz einsichtigen Gründen, jedenfalls jumpten sie auf „Part Time Punks“ up and down, wobei nicht klar war, ob sie daran die schonungslose Geißelung der Spezies Freizeitpunk goutierten oder nur das Punk-Hymnenmäßige, jedenfalls litt der Fußboden, was bei dem folgenden Birthday-Party-Gig noch schlimmer werden sollte. Oh, es war ein heißer Sommer und wir lungerten anschließend noch backstage bei den TVP, welche damals Dan Treacy und Joe Foster waren. Mein Bruder ließ sich jeden Gag aller frühen Swell-Maps-Single-Auslaufrillen erklären und verfaßte einen Artikel, in den der Sounds-Layouter den Satz „our music is red with purple flashes“ kleben sollte, den er vom Cover der ersten TVP-LP … And Don’t the Kids Just Love It genommen hatte, und den ihrerseits die TVP von einer Platte der immer und ewig legendären Sixties-Band The Creation original übernommen hatten. Und den The Creation ihrerseits aus einem Melody Maker-Artikel über sich ausgeschnitten hatten. Ich erzähle dies alles, nicht nur, um zu zeigen, wie alles mit allem zusammenhängt, insbesondere das Alte mit dem Neuen, sondern insbesonderebesondere alles noch viel mehr unkontrolliert zusammenzuhängen anfängt, Zusammenhänge crazy gehen, wenn Joe Foster in der Nähe ist.

Nicht lange nach Fosters Ausstieg aus der heute noch existierenden Gemeinschaft der TVPs (wg. Ärger mit Dan Treacy nach The Painted Word) sah man ihn gemeinsam mit Alan McGee mit dem Aufbau des Creation-Labels beschäftigt (McGee versuchte ihn gegen den Willen einiger Bands zum mythischen Hausproduzenten hochzustilisieren, schrieb seinen Namen auf Singles, mit denen er absolut nichts zu tun hatte …), nachdem er mit seinem Partner Treacy schon zum Zeitpunkt unserer Eingangssequenz die Arbeit des Bands wie die Pastels oder Direct Hits fördernden Unternehmens Whaam! wg. George Michael und Konzeptproblemen einstellen mußte / bzw. das Label umbenannt wurde. Schöne Singles von den Jasmine Minks, den X-Men und der ersten Besetzung von Biff Bang Pow, wo Foster und sein Freund und späterer, bis heute erfolgreicher Lenker der Creation-Geschicke, McGee, zusammenspielten, erschienen, ich zog sie, mittlerweile in Düsseldorf freudlos dahinvegetierend, im Frühjahr 84 aus ihren kleinen Plastikschutzhüllen! Und besprach sie für Spex!

Mit anderen Worten: nicht erst seit gestern treibt er sein Wesen, der erweiterte Musikerbegriff, sondern seit jenen geistfernen Zeiten, damals, als der erweiterte Pop-Begriff sich als nicht durchsetzbar erwies (Post-Heaven-Politti-Kater: Eurythmics als Altamont), begegnen wir ihm immer häufiger, dem Musiker, dem sein Instrument und seine Band nicht reichen, aber nicht um, wie es mal das große Gerede meinte, das Instrument Studio zu entdecken, sondern um die Kunst der Distribution zu erlernen, das Business zu betreiben wie einen durchgejangleten Roger-McGuinn-Akkord, begegnen wir dem Musiker als Mini-Tycoon (Foster), umgekehrt auch dem Tycoon, der zum Instrument greift (McGee), auch wenn die Ausdauer, mit der diese beiden arbeiten, zu den Ausnahmen gehört, zumal in Britain. Der unstetere Foster, dem inzwischen mehr oder weniger allein betriebenem Creation-Label McGees nur noch als Berater und Freund verbunden, wurde also Slaughter Joe (Musiker und Besitzer des Kaleidoscope Sound Labels mit einer weitergefaßten Politik), eine Art Detective Columbo im Dienste einer immer gefährdeteren Gattung Musik, vom Aussterben bedroht, einer Musik, die nicht neu sein will oder muß, in keinem der Sinne, in dem heute Leute vorgeben, neue Musik zu machen, aber eben auch nicht geeignet ist für kontraproduktive buchhalterische Samplerhuberei, Raritäten-, Sixties- und Obskuro-Kulte, eine Musik, die gehört und beantwortet, eben am Leben erhalten werden will und muß, zumal sie ihrerseits erwiesenermaßen gut fürs Leben ist, und deren Eckpfeiler Foster auf dem Cover seiner letztjährigen All Around My Hobby Horse’s Head-LP in Form von geliebten Covern geliebter Platten um sich versammelt: Nicos Chelsea Girls, Mo Tuckers Playin’ Possum, Love, Byrds’ Younger Than Yesterday, Suicide, Charlie Mansons The Love And Terror Cult, Richard Hell, Sonic Youth, Françoise Hardy und 13th Floor Elevators – was zusammen eine Mischung aus Exzellenz und Dekadenz, eine klassisch gewordene Verschrobenheit ergibt, deren Bestandteile dennoch nicht selbstverständlich oder konventionell sind, und die es gestattet, moralisch wie credibilitymäßig, dekorativ in die Zimmerecke eine Sitar zu stellen.

Hier stellt sich natürlich einmal mehr die alte Frage: Darf ein kluger, verantwortungsvoller Mensch verschroben sein, am Ende gar charmant? Oder auch: wie lange wollen wir es noch zulassen, daß gute und wichtige Musik sich ihren Zugriff auf die Welt immer mehr über die Charme- und Verschrobenheitsschiene sichert, dabei immer selbstzufriedener wird, bis man wirklich besser gleich Johann Sebastian Bach auflegt, der konnte im Gegensatz zu Mo Tucker und Alan Vega wenigstens komponieren, wenn ich das mal sagen darf. Auf der anderen Seite ist Fosters Verschrobenheit minimal, nur so groß wie sie sein muß, um Typen wie Kusworth noch zu verstehen. Er ist ja der Letzte in England, der wider alle Vernunft sowohl das unwillige Publikum zu seinem Glück (Kusworth, er selbst, The Sneetches, I, Ludicrous, Niall MacMahon) wie aber auch unwillige Künstler zu ihrem (Publikum, Erfolg) zwingen will, ein Mittler, an dem nicht die Verschrobenheit bemerkenswert ist, sondern die Fähigkeit, aus ihr ein lebensfähiges Ganzes (wie Gattung, Genre) zu machen, das einem klassisch vorkommt und benennbare Ahnen, Väter und Schüler hat. Er sitzt mir gegenüber, um mich von ihnen zu überzeugen.

Es muß verdammt hart sein, für einen umtriebigen Indie-Theoretiker und Labelchef wie Dich, im GB von heute, wo sich die Presse nur noch für Hip-Hop und Tanzmusik interessiert?

„Ganz schön blöd, ja. Dabei ist es so lächerlich. Was haben all diese englischen Schuljungen damit zu tun? Die haben einfach nur Angst vor diesen großen, starken Schwarzen und müssen das kompensieren. Oder es läuft ganz buchstäblich so, daß so ein böser, schwarzer Schoolly D vor einem NME-Bubi sitzt und den kurz angrunzt … eine Komödie, eine Farce! … Neulich lief was im Fernsehen über junge Leute, die es für den Gipfel der Subversion und der zeitgenössischen Kunst halten, in !U-Bahn-Depots! zu klettern, nachts!, und Graffiti!! auf U-Bahn-Wagen zu sprühen! Man! faßt! es! nicht! Das ist doch nicht nur total dated und nun schon seit hundert Jahren vorbei, es ist eben auch total importiert, wie dieser ganze B-Boy-Kram! Was hat das mit London zu tun?“

Tja, das ist nun ein Problem, das wir Deutsche nicht haben, für uns ist alles importiert, wir haben nur immer die Wahl, von wo wir gerade lieber importieren, diese Wahlmöglichkeit ist sogar ein kreativer Faktor unserer Subkulturgestaltung, ewige Fragen wie England oder Amerika, Gitarre oder Synthi, Rock oder Disco, schwarz oder weiß, werden hierzulande immer wieder gern genommen.

„Mag sein, nur wäre das in unserem Falle völlig bescheuert, wenn die reiche britische Pop-Tradition plötzlich egal wäre. Hip-Hop ist aber auch so ein Scheiß, so billig. Ich weiß es, denn ich habe es selber gemacht. Damals, als Alan McGee und ich Baby Amphetamine erfunden haben (der etwas kindische Versuch, mit drei von der Virgin-Megastore-Kasse weggekauften Schnepfen den McLaren zu spielen / zu kritisieren, der dann auch deswegen nach hinten losging, weil die zwecks Fake-Hip-Hop-Girlgroup-Credibility eingekauften Schnepfen schlauer als erwartet waren und lustige NME-Interviews gaben – Anm. d. Verf.), das war vor zwei Jahren bereits das entscheidende Argument, nicht nur gegen den ganzen Sound, sondern auch gegen das ganze Gerede von Projekten, Subversion, Ersetzen der Band durch neue Formen etc. Diesen ganzen Kram haben wir ja gemacht, und wir hielten das für einen Witz, aber es wurde ernst genommen. Jeder kann so einen Scheiß machen und klar, wenn man bestimmte Regler aufdreht, kann man dazu tanzen, doll? Und! Was! Wozu!“

Aber Du redest wie ein alter Mann, wenn Du das Recht der Tradition einklagen willst. Zumal Hip-Hop seine entscheidenden Entwicklungen gerade in den letzten zwei Jahren durchgemacht hat, obwohl, was die britische Rezeption betrifft, einiges an dem Vorwurf eines typischen inverted racism dran sein mag. Ich habe auch nichts gegen alte Männer in meinem Alter, aber muß man nicht langsam neu über Musik und Alter nachdenken: bestimmte Argumente kommen immer wieder, wenn einer um die 30 ist, z. B. „kenn ich schon“ und „kann ja jeder“; andrerseits lassen sich die, sagen wir mal, vier bis sieben unterscheidbaren Gruppen und Generationen, die z. B. von diesem Blatt vertreten sein wollen, nicht mehr, wie früher noch einfach, in alte, dumme Säcke und junge, kluge Revolutionäre teilen, zumal die Älteren heute pathetisch auf der Suche nach dem Neuen sind und verdächtig häufig fündig werden, während viele Jüngere im Alten rumentdecken und sich darum ein tolles Leben aufbauen.

„Gut, früher hieß es auch, das kann jeder, und wir sahen es als einen Vorteil an, daß keine technischen Hindernisse vor die Musik gebaut wurden. Aber das ist ja heute etwas anderes: damals hatte jeder den Mut, etwas zu machen, auch wenn er nichts spielen konnte und diese Spannung, zwischen seinem Willen, seinem Mut und den Gesetzen des Instrumentes, der Gattung, der Song-Form, machte den Reiz aus, etwa eines Swell-Maps-Stückes. Bei den heutigen Maschinen ist das aber nicht so, ich weiß es, denn ich habe sie benutzt: die sind so gebaut, daß du sie schon mit einem Hammer zerhacken mußt, um einen persönlichen Stempel zu hinterlassen, um sie zu prägen oder zu zeichnen … gut, wir leben in anderen Zeiten, und ich denke von Rock’n’Roll heute wie von Folk-Musik oder Blues. Ich war ja schon in einer Lage, wo ich die Werte des Rock’n’Roll nicht notwendig als gegen meine Eltern gerichtet sah. Mein Vater war ein Teddyboy, wir hatten zu Hause Rock’n’Roll-Platten, auch wenn meine Eltern etwas anderes hörten als ich später, so war es doch vertrauter für sie, als es für ihre Eltern war, Rock’n’Roll zu hören.“

Während ich seine Einlassungen von seinem letzten Besuch zusammenfasse und bedenke, läuft mir Foster ein zweites Mal über den Weg, diesmal nicht, wie das letzte Mal, unterwegs, um allein auf Dave Kusworths Kopf achtzugeben, sondern umgeben von einer unfaßbaren Truppe schlaffer, höflicher, unansehnlicher, langsamer und faszinierender Hippies, die am Abend zuvor Kusworths Glam-Rock-Show beeindruckend begleitet hatten. Während die Bande über alte Spex-Jahrgänge herfällt und fehlende Joan-Jett-Poster bemängelt, steckt mir Foster seine letzten Neuerscheinungen zu. Wie aber hatte alles angefangen?

„Angefangen haben wir z. B. mit den Sting Rays, die sind ja auch nicht mehr, die eine Hälfte der Gruppe war für den neuen Sound zu primitiv, die anderen wollten noch mehr in die Richtung dieser Platte gehen.“

Wahrlich ein Meisterwerk diese Platte, ein schöner Beginn für Kaleidoscope, den Labelnamen rechtfertigend und so schön, daß es die ehemalige Billy-Truppe nicht fassen konnte, was sie da an rot-grünen Flashes auf die Songs gesprenkelt hatte, und vor Schreck zerbrach. Schwere, schöne, seltene Platte: „Wir haben nichts davon verkauft, aber man kann ja jetzt schon die Sammlerpreise riechen.“

Unter meinen meist verwendeten Platten für Tapes des letzten Jahres waren zwei von Kaleidoscope, Slaughter Joe And The Modern Folk Quintet und die von I, Ludicrous, einem Duo, das die Storyteller-Qualitäten der TVP fortentwickelt, ohne deren melancholische Kulleräugigkeit, eher mit einem knapp am Satire-Rock vorbeischrammenden, sehr guten, modernen Fuzz-Schrammel-Klang. Gute Cover, bei LP wie Single. Auf Fosters eigener Platte hat sich „The Lonesome Death Of Thurston Moore“ zum Dauerbrenner entwickelt. „Nein, ich habe nichts gegen Thurston, er ist mein bester Freund, Sonic Youth ist meine Lieblingsgruppe, es gibt nur so ein tolles Foto von ihm, wo er wie Marat in der Badewanne liegt, das mich zu dem Song inspiriert hat.“ Ein jagendes Gekreische und Gejaule, eine mittlere Wolfsmeute ist hinter unsrem Sonic Barschel her.

Nach einer psychedelischen Komponistenplatte (Rays), einer coolen Komödiantenplatte (Ludicrous), und nach einer rasenden Rockerplatte (SJ & The M. Folk Q.) dann also Glam-Rock der lungenkranken Sorte (Kusworth, der gegenwärtige Schwerpunkt); Foster, kann es sein, daß Du ein Label machst, das ein normaler, auch unabhängiger und idealistischer Musik-Kaufmann einfach nicht verstehen kann? Da es weder spezialisiert, noch beliebig arbeitet, keinem Style zuzuordnen ist, und dennoch auch nicht als Anti oder Avantgarde zu begreifen wäre? Vielleicht, weil es seine einzige Kohärenz in der anderen als wirtschaftlichen Gesetzen gehorchenden Handschrift eines Musikers hat?

Well. Kinda. Sorta. Die Horden hungriger Hippies ziehen brandschatzend, aber vollendet höflich um Erlaubnis fragend, durchs Büro, an einer Konferenz vorbei, Foster zerrt Kusworth von der Toilette, wo dieser einen neuen Haarknoten ausprobiert. Ich habe die Surf Drums zu erwähnen vergessen, und die Sneetches, deren LP er hier liegenlassen will, eine Band, die wie die Beatles klingt, aber nicht wie alle anderen Bands, die wie die Beatles klingen aus Geschmack, sondern aus Zwang, wider alle Vernunft also, nicht aus Bequemlichkeit. Und Niall MacMahon, der wirklich so heißt wie die Pogues in Straight To Hell und der sich seit Jahren in Folk-Kreisen größter Beliebtheit erfreut und für dessen Platte sein Verehrer Foster ausgerechnet deren Phil Chevron als Mitspieler, Produzent und beratenden Freund gewinnen konnte. MacMahon ist denn auch der erste irische Folk-Sänger, der nicht nur Western-Melodien und -Themen im Repertoire hat, sondern auch den Reggae/Clash/Lee-Perry-Klassiker „Police & Thieves“. Ist das auf die Reihe eines einzigen Verstandes oder Geschmacks zu kriegen? Nein, eine gewisse Schlampnesse, Egaligkeit und alternative Wurstigkeit, ein schamanenmäßig Das-Richtige-in-die-Finger-kriegen spielt hier mit Fan-Instinkt zusammen, der der allersicherste ist. Foster ist absolut vergleichbar mit Amerikanern wie Kramer oder Jad Fair, wenn auch nicht mit so großen und kühnen Entwürfen wie SST, mit den vielen, mittleren, die Enge der reinen Musikerexistenz verlassenden Musikvisionäre der USA. Mit Half Japanese arbeitet er sogar zusammen. Er hat sie bewogen, ihre in Europa nur schwer erhältliche Mini-LP mit Mo Tucker, um neue Stücke erweitert, auf Kaleidoscope als LP heraus zu bringen.

„Laß dir die Tapes von ihnen geben, wenn sie auf Tour in eure Stadt kommen.“ Was wurde denn aus der aktuellen, gerade entstehenden Mo-Tucker-LP, für die es zu einer Velvet-Underground-Reunion gekommen sein soll?

„Ach, irgendsoein Geldgeber-Idiot wollte die Platte ganz mit Sonic Youth eingespielt wissen, weil Sonic Youth ja die Velvet Underground von heute seien (gähn!). Dann hieß es, John und Lou machen mit, aber einer von beiden ist jetzt wieder abgesprungen, ich weiß gar nicht welcher, das kann also noch dauern …“

Foster lebt mit seinem Label in Birmingham, weil „irgendjemand ja da wohnen muß“, schon, damit Lawrence nicht völlig vereinsamt und Kusworth leicht zu erreichen ist. Sein nächster Plan ist wieder ein MFQ-artiges Session-Projekt mit Freunden von Primal Scream, Felt, Biff Bang Pow. Vielleicht eine Creation-, vielleicht eine Kaleidoscope-Platte. Er freut sich schon, nehme ich an, sie uns vorzustellen, die zwei Tage in Köln waren wieder so nett wie die, die in Claras Kusworth-Artikel dokumentiert sind. „Bye, wir sehen uns eher wieder, als euch lieb sein kann“, ruft er noch, Kusworth vor sich her treibend, uns zu …