Als noch mehr wichtige Musik ausschließlich zu Hause gehört wurde, in verschrobener Einsamkeit und gleich in die Zeichensysteme der Privatuniversen übersetzt, saßen Nerds eher am Zielpunkt der Pop-Kommunikationskette, genannt Adressat. Home-Recording als Indie-Ethik einerseits, Schlafzimmer-Produzenten und PC als Studio-Äquivalente in der Technologie-Entwicklungs-Folge andererseits setzen denselben Typ heute an den Ursprung derselben Kette. Kollektive sind entweder als Tanzende die Adressaten oder höchstens mal die sozial kontrollierende Peer-Group, genannt Clan oder Gang oder Posse. Selbst der Wu-Tang Clan basiert an einem Punkt auf der Nerdhaftigkeit des RZA. Früher kam derselbe Typ auch noch als verrückter Produzent – Phil Spector – vor, der Bands, Orchester und Plattenfirmen quälte und sich der einschlägigen Genie-Mythologie bediente. Auch diese Funktion ist heute auf das Schlafzimmer-Talent übergegangen. Wenn aber dessen Soundfreuden auch die der kollektiven Rezeption sind, dann gibt es möglicherweise zwischen einem bestimmten Erlebnis von Kollektivität (Dancefloor) und einem von narzißtischer Individualität (Heimeligkeit, höchst effektive Kommunikation mit der Welt über allerlei elektronische Gadgets) weniger Unterschiede als zwischen klassischen Modellen wie öffentlich und privat.