Dankenswerterweise hat Francis Ford undsoweiter erstmals einen Film ohne jeden Einfall gedreht, so daß uns seine notorischen Einfälle zu Perspektive und Kulissenarchitektur diesmal vollständig erspart bleiben (wobei ich anmerken muß, was ich in keiner Kritik gelesen habe, daß De Palmas Experimente mit neuen Perspektiven, die ja schon immer aus verschiedenen Gründen unseren ungeteilten Beifall fanden, in The Untouchables einen quasi-wissenschaftlichen Verläßlichkeitsgrad erreicht haben, der sich wirklich in die Geschichte der Bilder von Räumen als Revolution einschreiben lassen darf) und die so abwesenden Einfälle Platz machen für die achtzehnte, ganz normale sympathische kleine Vietnam-Geschichte mit durchaus sympathischen amerikanischen Charakteren, die bitterlich hin und her gerissen sind zwischen knarziger Pflichtauffassung mit Träne im Knopfloch und echtem Mitgefühl für die Witwen gefallener prächtiger Kerle. Selbst liberale Kriegsgegner wie Anjelica Huston müssen hier dem Charme altgedienter Haudegen (James Caan, der ewig Jugendliche, jetzt mit einem Schlag nachgealtert), die nichts anderes sein wollen als gute Soldaten, erliegen und dürfen mit dem Rest der Nation um das Leben der Kerle mitzittern. Eine widerwärtig reaktionäre, sehr gut gemachte Konfektionsschnulze, die einen tatsächlich ein allerallerletztes Mal für die sinnlos gestorbenen Söhne der USA Mitleid aufbringen läßt (man ist ja kein Unmensch), damit man sich dann zum dritten Mal felsenfest entschließt, von nun an den Vietnamkrieg nur, aber nur noch in sowjetischen, ostdeutschen oder vietnamesischen Darstellungen für darstellbar zu halten.