Städte

„Find a city“, riefen uns die Talking Heads zu Beginn der Achtziger zu. „Find a city to live in!“ Die Achtziger-Diskussion über die Vor- und Nachteile einzelner Städte stand für die (Illusion von) Verfügbarkeit des eigenen Lebens. Wenn’s mir hier nicht paßt, kann ich ja nach New York gehen. Oder nach Hamburg. Heute steht dem die Unausweichlichkeit der Berlin-Diskussion einerseits und die jüngst auch von der Innenstadt-Aktion eindrucksvoll thematisierte Vertreibung von unerwünschten Lebensformen aus den Städten, ihre Privatisierung und teilweise rassistische Homogenisierung andererseits entgegen. Städte sind das, was uns am deutlichsten und erkennbarsten gerade weggenommen wird. Gleichzeitig ist die Stadt der Gegenstand, an dem die aktuellen politischen Entwicklungen, die angeblich abstrakt, komplex, systemisch und unintelligibel sind, sichtbar und fühlbar wird. In der Stadt läßt sich das Falsche noch schmecken. Gerade diese Qualität soll ihnen ausgetrieben werden.