Autor: admin

  • Die Welt ist alles, was The Fall ist

    Heute sehe ich: Ich hasse diese klassische Musik, ich hasse Musik überhaupt. In dieser Gesellschaftsform ist so vieles ausschließlich auf Musik gestellt, der Tod und die Geburt, die Moral und der Versuch, dieser Moral Widerstand zu leisten – alles ist eingewickelt in Musik; die Prügel, die Wehlaute, alles, was schreit und nicht mehr aufstehen wird, und selbst bis zuletzt die Hinrichtung, sei es im Marschtempo, in der Ballade oder den langgezogenen Wellentönen bei Wagner. Ein einfaches Geräusch ist mir lieber – solange nicht jemand kommt und es in Musik setzt; leider ist das zu oft der Fall.

    Ich bin gezwungen, zuzuhören und stille zu sein. Ich bin schwach, zu schwach, gegen diesen von der Gesellschaft ausgehenden Druck etwas auszurichten. Für mich liegt der Betrug in der biologischen Fehlleistung, die als Musik bezeichnet wird, darin, daß sie als notwendig erkannt wird, die Leere, die Langeweile, den Überdruß auszufüllen und, wenn notwendig, innerhalb der Gesellschaft niederzuhalten, weil ohne dieses die Gesellschaft explodieren würde … Würde sie? Warum nicht?

    Franz Jung, Der Weg nach unten

    Wer so denkt, heute lebt und – nachdem die Literatur als Mittel, Wahrheiten zu verbreiten, nahezu erschöpft ist (Leider. Und nicht für immer! Alle anständigen neuen Rebellen sind literarisch, in ihrem ganzen Wollen und Streben, sie wissen es nur noch nicht. Der neue Typ ist der neue Schriftsteller, ist geschwätzig und laut) – erkannt hat, daß die Pop-Musik immer noch die einzige soziale Nische ist, wo das Kursieren von Wahrheiten in erträglicher Weise funktioniert, macht The Fall, Musik wie The Fall. Meine alte Lieblingsforderung, daß gute Musik stets gegen sich selbst gerichtet sein muß, ihren Haß gegen sich selbst spüren lassen muß, ist von niemandem über die Jahre so getreulich erfüllt worden wie von der Gruppe um Mark E. Smith.

    Verwechseln Sie nicht Musik mit Rhythmus. Der Rhythmus steckt in den Knochen, im Blut, im Organismus, in der Lebenserwartung und in dem Zusammenbruch dieser Erwartung. Im Beinahe – möchte man sagen. Der Rhythmus ist das Leben selbst, sicherlich mehr als das physische Leben … wächst und weitet sich und zieht sich zusammen, konzentriert sich auf den Atem … ein und aus, tiefer ein und schneller aus.

    (Franz Jung)

    Und wer dies weiß, macht trotzdem kein afrikanisch beeinflußtes Getrommel, keine Disco-Maxis, sondern er macht Musik wie The Fall oder The Pogues, Musik, die den Rhythmus nicht propagandistisch und alles nivellierend, was man an Unterschieden zwischen Menschen nicht nivellieren sollte, in den Vordergrund stellt, sondern Musik, die selbstverständlich und zäh rhythmisch ist, deren Rhythmus einen nicht losläßt, aber einen an Wortschwälle bindet (und all das nivelliert, was man nivellieren sollte). Oder man macht Musik wie Fear, die große amerikanische Punk-Band, deren großer Fan Mark E. Smith ist:

    „Die neuen amerikanischen Bands sind grauenhaft. Long Ryders – entsetzlich. Green On Red gehen noch, die wollten mich als Produzenten, und ich hab sogar darüber nachgedacht, immerhin eine Herausforderung, aber dann habe ich’s doch gelassen. Dabei hab’ ich amerikanische Hardcore-Sachen geliebt. Fear sind innovativer gewesen als die meisten englischen Punk-Bands, aber wenn irgendwo die Mittelklasse-Kids sich an einen Trend anhängen, dann wird’s entsetzlich. Eine Lehre, die ich noch aus der Punk-Zeit habe: Wenn jemand mit Check-Shirt zur Gitarre greift, wird es entsetzlich.“

    Ich hatte mir vorher das Gelübde auferlegt, in einem Stück jeden Abend ein Konzert anzusehen, und nach vier Tagen neumodischen Pub-Rocks für die verschiedensten Geister (Skeletal Family, Playn Jayn – noch ganz netter Lärm mit zwei Sängern, die sich gegenseitig niederschrien – Guadalcanal Diary etc.), also ekelhaftem, richtungslosem, willenlosem Geschrammel, waren The Fall mal wieder die Rettung aus der Umklammerung von Punk-Untoten und netten Amerikanern von nebenan, die sich mal wieder mit der Geschichte ihrer eigenen Populärkultur auseinandersetzten – natürlich mit einer höchst originellen Coverversion von Johnny B. Goode –, von der ich einfach nichts mehr hören will, jedenfalls nicht von Amerikanern, allenfalls von Engländern, Iren oder Spaniern. Amerikaner stellen hier Raketen auf. Kauft keine Platten bei und von Amerikanern! (Das nur nebenbei.)

    Mark E. Smith will von Politik nichts mehr hören und redet vorzugsweise von Details aus seinem neuen Glück (mit Brix) bzw. von den Details seiner Geburt: Die beiden haben zwei Katzen, eine heißt „Oscar“, die andere „Frau“. Oder dies: Marks Mutter hat nur noch eine Erinnerung an seine Geburt: Als der kleine Mark das Licht der Welt erblickte, lief im Radio der Song „Stranger in Paradise“.

    Rührend, was! Der alte Demagoge ist das Thema, wo er eigentlich politisch stehe, leid und redet lieber mit Brix über Haustiere. Verständlich, nachdem er nun schon fast zehn Jahre den reinsten Vertreter und Verfolger 77er-Ideale darstellt, zeitweilig so monoman und monoton, daß die Gefolgschaft auf Michael Ruff und mich schrumpfte, und seit Brix dabei ist, etwas zugänglicher oder, wie Mark sagt, „reifer“. Er steht in der Tradition anderer großer autodidaktischer Künstler wie William Blake, bei dem, wie bei Smith, Tagespolitik immer gleich in den Rang der Vision erhoben wird. Bei Smith liefert Geschichte und Zeitgeschichte das Material für wortreiche, immer mit sichtbarem Gaumengenuß an den eigenen Kreationen vorgetragene, oft monströs lange, bewegungslos über das Mikro gelehnt, gesungene Litaneien. Im Mittelpunkt steht die britische Arbeiterklasse, und er verteidigt sie gegen alle verklärenden Mythologien einer bürgerlichen Linken wie Rechten, er ist die Stimme des Industrieproletariats von Manchester, auch wenn er jetzt eine 22-jährige Amerikanerin geheiratet und in die Band eingeschleust hat, die sich rührend für Paisley-Muster und die Mondänität der 60er begeistert.

    Smith hat jede sentimentale Idee der Arbeiterklasse, wie sie vor allem die Labour-Party und deren pop-kultureller Außenposten, der NME, hin und wieder in ihren Reihen pflegen, stets bekämpft. Vor gut einem Jahr überraschte er im NME mit Empfehlungen wie der, daß es unter Umständen besser sei, die Tories zu wählen. „Ich war so genervt vom NME, der immer nur das hören will, was er selber denkt, daß ich einfach mal das Gegenteil sagen mußte.“ Mit Mayo Thompsons politischer Einschätzung der Fall in der letzten Spex ist er amüsiert-zufrieden, was aber vor allem daran liegt, daß die beiden gemeinsame Gegner haben:

    „Als Mayo uns produziert hat, noch zu Rough-Trade-Zeiten, war er der einzige, der wußte, was vorgeht und er hat immer Geoff Travis aus dem Studio gescheucht. ‚Schafft Geoff von den Mischpulten weg‘, war seine ewige Rede!“

    Dennoch: „Es gibt genug, was man gegen Sozialismus sagen kann, man braucht nur Nabokov zu lesen. Und seine Beschreibungen, wie man in der UdSSR Künstler behandelt hat.“

    Was den unorthodoxen Linken, so kann man ihn wohl nennen, auch wenn man in diesem Falle der Müdigkeit eines Pop-Stars, über Politik zu reden, einmal Respekt zollen kann – schließlich hat er mehr davon geredet als irgendein anderer –, so unorthodox macht, ist die Weigerung, von den Dingen zu reden und in der Sprache zu reden, in der Linke normalerweise reden, wenn sie Songs schreiben: belehrend oder appellierend, die Herrschenden um Gefallen bittend („Free Nelson Mandela!“) oder die noch unaufgeklärten Massen um aufgeklärteres Verhalten bittend. Er redet nicht von jenen bekannten linken Themen, die sich nach landläufiger Auffassung dazu eignen, eine emotionale Seite des Politischen ausfindig zu machen, die es so nicht gibt, und damit für Poesie und Pop ideal seien, in Wirklichkeit aber dazu angetan sind, das Politische überzuleiten ins Ungefähre.

    Stattdessen ist er überkonkret analytisch, durchgeknallt-visionär, klassenbewußt und patriotisch.

    Die amerikanische Ehefrau mit der Wayfarer-Brille (allerdings verspiegelt) erzählt von ihrer eigenen Band, The Adult Net: Die Musiker sind unbekannt, tragen Masken (gehören vermutlich zu The Fall) und Namen wie aus Captain Beefhearts Magic Band. Die erste Single war ein Remake des Psychedelic-Klassikers „Incense And Peppermint“, auf dessen Cover man Brix mit ihrer violetten Paisley-Gitarre bewundern kann: „Ich nenne diese Gitarre ‚Old Faithful‘, die andere heißt ‚Chess‘, sie ist schwarz-weiß. Alle meine Gitarren haben Namen. Unsere nächste Platte mit The Adult Net heißt ‚Edie‘.“

    Wegen Edie Sedgwick?

    „Sie ist mein Idol. Wie sie guckt, daß sie wie ein Schmetterling war …“

    Und ihr Verhältnis mit Bob Dylan?

    „Ich weiß davon nur, was ich in ihrer Biographie gelesen habe. Das war vermutlich der Anfang von ihrem Ende. All diese Männer, die sie ausgenutzt haben. Auch Warhol.“

    Warhol war ihr einziger echter Freund.

    Mark fällt ein: „Das sage ich auch immer. Warhol war ihr einziger echter Freund.“

    Ist es Mark nicht langweilig, so lange The Fall zu machen? Nein, denn es gibt ja immer was Neues. Und das Neue ist zur Zeit, daß Mark seine Mitspieler höher einschätzt und ihnen mehr Mitspracherecht einräumt. Der alte Diktator und Monomane lobt den treuen Teil der Band, dessen Bereitschaft seit acht Jahren, nicht selten im Schnitt acht Minuten lange Riffs zu halten und dabei versonnen auf den Boden zu starren, uns auch schon zu so mancher Träne rührte. Und er lobt den Einfluß der neuen Leute, seine Frau und Gitarristin Brix und ihren Sinn für Melodien – laut neueren Infos soll sie für die bei The Fall eh nie vorhandenen Arrangements verantwortlich sein – sowie einen gewissen Simon, der Gitarre und Keyboards spielt und bis vor kurzem als Musiker zeitgenössische E-Musik von Bernd Alois Zimmermann bis Karlheinz Stockhausen aufführen half und mir erzählt, The Fall, das sei das Kreativste, das er je gemacht hätte.

    „In einer Woche erscheint unsere neue Platte. Der Titel ist zwar klar, aber wir wissen noch nicht, wo wir das Apostroph hinsetzen. Entweder heißt sie ‚This Nation’s Saving Grace‘ oder ‚This Nations ’Saving Grace‘. Ich erzähle davon, daß alle glauben, England sei nur von einer Amerikanisierung und der amerikanischen Politik bedroht. Ich glaube, daß das für Europa und die EG genauso gilt, wir sollten uns auch unbedingt vor einer Europäisierung Englands hüten.“

    The Fall waren immer Kommentatoren aktueller Kämpfe, immer sehr wach und negativ fixiert auf die Äußerungen der anderen Hip-Priester, und noch heute liebt es Mark, wenn Private Eye, die Satire-Zeitschrift Großbritanniens, in der sich zeitweilig zynische Rechte und zynische, enttäuschte, alte Kommunisten wie Ray Lowry gegenseitig verspotten, Paul Morley in der Rubrik „Pseuds Corner“ bloßstellt. Ansonsten sieht er den heutigen Wert seiner Gruppe eher darin, daß sie noch immer da ist. Sein Publikum ist für ihn keineswegs eine kontinuierlich mitalternde Horde, sondern zur Zeit eine Mischung von Novizen und reumütigen Rückkehrern. Was zutrifft.

    „Vor zwei Jahren gab es eine Phase, da haben wir uns fast zu Tode gehungert, die Musik war nicht mehr so intensiv wie heute wieder, und das Publikum war immer noch das alte. Da war es mir langweilig, The Fall weiterzumachen. Aber wir trennten uns einfach von Rough Trade, die damals mit dieser ganzen ekelhaften Everything-But-The-Girl-Working-Week-Scheiße anfingen, und dann ging es aufwärts.“ Dennoch haben sich The Fall, die jetzt bei Beggars Banquet sind (Labelmates von John Cale – Mark: „Er hat ein Marc-Riley-Syndrom“ – und Roy Harper, der immer im Büro herumläuft mit Bergen von seinen eigenen Platten unterm Arm und seine eigenen Platten auf voller Lautstärke im Walkmann hört), nicht so sehr verändert. Bei aller neuen Ordnung, bei allen angedeuteten Pop-Melodien oder Disco-Beats, sind sie live – und auch weitgehend auf ihren letzten Platten – die machtvollen Zerstörer aller Rock-Paradiese geblieben, die wir auch heute noch brauchen.

    P.S.: Kauft nicht bei den Amis. Das stimmt schon. Aber macht eine Ausnahme bei Hüsker Dü.

  • Literat-Ur-Viecher

    Langsam sterben die Dinosaurier aus. Einer war gerade zu beklagen, für den ein Nachfolger nicht in Sicht ist. Böll ist tot wie sein moralistisches Pendant in der Politik, Heinemann. Lenz hat sich von der wirklichen Welt so weit entfernt wie Helmut Schmidt, bis hin zur Zeit. Walser entspricht Erhard Eppler, eine Modeerscheinung der 70er, von der keiner mehr redet, stattdessen von Lafontaine. Einzig der jüngere Außenseiter unter den vier Dinosauriern, Härtling, der Lothar Späth der deutschen Literatur, ist so präsent wie effizient wie breit wie vielleicht doch der Helmut Kohl der deutschen Dichtung. An seine Stelle gehört in diese Quadriga auch eigentlich eher Günter Grass, aber der ist weg wie Wehner.

    Alt, weg und tot wie diese Autoren sind ihre Leser, obgleich freilich die Kaufkräftigsten. Die vier vorliegenden Schinken (Frauen vor Flußlandschaft, Böll; Exerzierplatz, Lenz; Felix Guttmann, Härtling und Brandung, Walser) blockieren von nun an mindestens ein halbes Jahr Wunschzettel von Arztfrauen, selbstauferlegte Kulturabgaben und Hardcover-Investitionsprogramme von Innenarchitekten und leitenden Angestellten in der ganzen Republik, an langen Winterabenden in der Mitte der 80er wird sich die Bourgeoisie dieses Staates auf dem Baumschule gewordenen Exerzierplatz des späten Lenz in Gedanken ergehen, wird schmunzelnd Anteil nehmen, wenn Walsers Alter Ego, von meisterlicher Selbstironie bis zur Schmunzelstarre gewürzt, den Konflikt zwischen deutschem Geist und jungen amerikanischen Yuppie-Studentinnen (geistlos, aber mit knackigen Hintern) durchsteht, wird sich rätselnd und im Bewußtsein, zähe Schreibe sei ein Zeichen von hoher literarischer Qualität, durch den letzten Böll quälen, um sich schließlich, bei Adventsbeleuchtung und Härtlings leicht verdaulichem Zeitgeschichtskitsch zu erholen.

    Freilich weiß dies jeder. Kein halbwegs aufgeklärter junger Mensch, kein kultivierter Kenner, kein wahrer Leser hat in den letzten 5 bis 10 Jahren irgendein Buch irgendeines dieser Autoren auch nur mit der Kohlenzange angefaßt. Daß sie sich jetzt dermaßen massiert, und zum Teil auch unlängst verstorben, auf den Markt stürzen, rechtfertigt eine Überprüfung dieses Standpunktes. Entdecken wir nicht auch in anderen Bereichen gerade zur Zeit die Nützlich- und Verwendbarkeit ungeschlachter Riesenhaftigkeit: ist nicht das Monstrum die Lieblingsidee aktueller Kunst- und Kulturstrategie, auch mal gerade bei den Jüngeren?

    Peter Härtling ist ein Monstrum, optisch. Sein Roman ist, wie vermutlich alles von dem aus Fernsehdiskussionen bekannten unsympathischen Süddeutschen, schwer erträgliche Babysprache um einen Stoff, aus dem man ZDF-Zeitgeschichtsdokumentarspiele macht. Eine Geschichte, in der Juden in den 20er Jahren bei Tisch beiläufig Unterhaltungen führen wie diese:

    Hast du gelesen, Felix, der Hitler ist zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt worden.

    Ja, Jona.

    Damit wird er verschwunden sein aus der Weltgeschichte.

    Bist du sicher?

    Amüsant, vollgepropft und elend ironisch: die neuesten 318 Seiten Martin Walser, sicher das im konventionellen Sinne beste Buch dieser vier. Das eingearbeitete Material duftet authentisch nach Kulturszene jenseits der Lebensmitte, reichlich und deftig, die rund um die Haupthandlung fließenden Anekdötchen, Geschichtchen und stets ironischen, stets über die Maßen dezent ironischen als solche kaum erkennbaren Invektiven vermögen den abgespannten, berufstätigen Akademiker aufs Genüßlichste zu divertieren, ja, ich selber konnte zuweilen nicht umhin, amüsiert distinguiert die Lippen zu schürzen, gleichsam zur Rosette zu formen und dergestalt mein Einverständnis mit dieser edel und illusionslos gealterten, gepflegt gebremsten Intelligenz still und ganz allein für mich kund zu tun. Es gibt wohl nichts elender Verlorenes und mitleidsträchtiger Anachronistisches dieser Tage als einen solide guten Schriftsteller, der einfach gut und solide und ohne größere Absichten (außer kleiner, fieser Ironie) gehobene Unterhaltung produziert.

    Ganz anders, weil zum Beispiel absolut unlesbar, dafür garantiert monströs, der bis zur Knäckebrot-Konsistenz durchgedrögte, späte Lenz: 460 Seiten zäheste Knete, ohne jedes Wollen, ohne jeden Drive, aber andererseits auch nicht als sinnentleerte Stille gedacht, sondern zutiefst durchdrungen vom Parabelhaften, das bis ins kleinste Satzpartikelchen fleht: Interpretier mich! Entdecke, wie ich für 50 Jahre jüngere Geschichte stehe! Bin ich nicht Deutschland? Der zweite Weltkrieg? Der Marshallplan, die BRD? Aus einem Exerzierplatz wird eine Baumschule, die später Erbstreitigkeiten zum Opfer fällt. Oh Gründer und Söhne! Oh Verfassungsväter! Oh Yuppies! Adenauer, Brandt und Kohl!

    Alles erzählt aus der Perspektive der rechten Hand des Gründers, eines einfachen Mannes, der ebenfalls den Streitigkeiten zum Opfer fällt, dieser einfache Mann, dieser kleine Mann, der mal wieder nicht Geschichte machen darf.

    Tja. Unendlich viele zähe Deutschstunden lassen sich mit diesem, nur um des Interpretiert-werden-wollens geschriebenen Schinken füllen, der aber gleichwohl eine eigene Qualität entwickelt, wenn man diese ewigen, obszönen Interpretationsangebote (unterste Schwierigkeitsstufe, Bild-Kreuzworträtsel – Das Leben ein Rebus) einfach mal ignoriert. Dann entfaltet das Buch den stillen, drögen, nebeligen Reiz einer norddeutschen Marschlandschaft im Frühnovember. Und hat etwas sehr Entspannendes.

    Und Böll? Der zäheste von allen, wirklich die pure Qual, aber auch das grandiose Vergnügen, wirklich in eine garantiert versunkene Welt abzutauchen, in eine Literatur, wo die Autoren noch bizarr-skurrile Namen für ihre Figuren ersinnen (etwas, was man sonst nur noch bei Walser, aber dort in einer High-Tech-Version, findet). Ja, man muß es so nennen: ersinnen. Man muß sich die Mühe vorstellen, man muß sie (die Mühe) mitlesen, die es gekostet haben muß, Namen wie „Erika Wubler“ oder „Eva Kreylplindt“, vermutlich bleistiftkauend, durch das kognitive System zu jagen, ja man muß das ganze Knarzige, immens Schwerfällige und – immer wenn man sich die Mühe macht zu verstehen – reichlich Bescheuerte, dieses „Roman in Dialogen und Selbstgesprächen“ auf sich wirken lassen, man muß diesen Roman lesen, bis man ins Bad muß, dann hat man ihn vielleicht begriffen, diesen Böll und seine ganze heroische Schwer-, Hinfällig- und Mattigkeit. Man muß ihn lesen, wie man ein verspätetes abstrakt expressionistisches Bild betrachtet: nur nicht an Absichten und Einsichten denken, sondern sich dem ockerfarbenen Geschmiere hingeben, den Anachronismus aufschlabbern, und dann unter die Dusche.

    Heinrich Böll, Frauen vor Flußlandschaft, Kiepenheuer und Witsch-Verlag
    Siegfried Lenz, Exerzierplatz, Hoffmann und Campe-Verlag
    Peter Härtling, Felix Guttmann, Luchterhand-Verlag
    Martin Walser, Brandung, Suhrkamp-Verlag

  • Das erste sexy Knuddeltier?

    Diedrich Diederichsen über das Fünfziger-Jahre-Idol James Dean

    Die Leute sagen, Eskapismus ist, wenn man die Menschen in irreale Traumwelten entführt, wie nach Oz oder in den Weltraum, was sie von ihren Problemen nur ablenke, statt ihnen bei deren Lösung zu helfen.

    Eine viel schlimmere Spielart von Eskapismus scheint mir zu sein, den Leuten etwas als real, problematisch, konfliktbeladen, bedeutsam und am Ende sogar tragisch zu verkaufen, das in Wirklichkeit nur aus zeitlosen Banalitäten besteht.

    So waren die 50er Jahre: Ihre Filme, Dramen, ihre grimassierenden Schauspieler aus der Method-Actors-Schule, ihre Katzen auf heißen Blechdächern, ihre toten Handlungsreisenden, ihre ewig gleichen, verpfuschten bürgerlichen Leben, ja sogar ihre Komödien kreisten immer nur um ein kleines, schmerzhaft winziges Mißverständnis, das Doris Day und Rock Hudson nicht vom Tisch schafften. All diese Problemchen, immer wieder mit dem gleichen heiligen Ernst serviert von den bei Lee Strasberg ausgebildeten Mimen mit all ihrem Rotz und Schweiß und ihren Schreiereien.

    Das Gute an den 50er Jahren: Fast alle besseren älteren Regisseure standen mit einer beklommenen Fremdheit vor den heißen Blechdächern und produzierten interessante Monstrositäten (Hawks, Ford, Sirk).

    Und fast alle Protagonisten paßten nicht ganz in die Zeit: In ihren Gesichtern zeichneten sich entweder schon Mobilität, Geschwindigkeit und Revolte der 60er ab, oder ihre Züge waren noch geprägt von den verzweifelten, zynischen und von morbider Realität vollgesogenen Filmen der 40er.

    Nur ein Star der 50er existierte ausschließlich wegen und während der 50er und für die 50er Jahre: James Dean.

    Elvis Presleys Erotik war so hemmungslos und hemmungslos bescheuert wie das nächste Jahrzehnt (Dean dagegen stellt ein Monument von Verklemmungen und Verdrängungen dar); Robert Mitchum, Alan Ladd und Humphrey Bogart legten sich als Schatten schwarzer Zeiten und Serien über die kleinkarierten Familienparadiese; Gary Cooper, Cary Grant, James Stewart, Henry Fonda und John Wayne waren Zeugen noch vergangenerer Vergangenheiten, in ihre Züge waren New Deal, Früchte des Zorns und Capra-Roosevelt-Optimismus eingraviert; der Zweite Weltkrieg, der McCarthyismus und die große Restauration schufen schließlich die Voraussetzungen für eine Type wie James Dean.

    Wissen Sie, wie von Haus aus dumme Menschen aussehen, die auf einer Beerdigung, auf einer wichtigen Konferenz oder anläßlich einer weltpolitischen Tragödie sich gezwungen sehen, ihre nichtssagenden Gesichter in erschütterte, nachdenkliche Trümmerfelder zu verwandeln? Ist nicht James Dean ein Typ, der mit seinem Gesicht immer hinter dem Ernst einer Lage herhechelt, die er offensichtlich gar nicht versteht?

    Wie er sich durch … denn sie wissen nicht, was sie tun schleicht, zäh und irgendwie angeschossen, und versucht, einem Teenie-Drama Größe beizubringen, ist ein Monument des Zähen, Verklemmten, Dumpfen. Immer glaubt man bei James Dean, daß gleich seine Stirnadern hervortreten und platzen. Ein überforderter Mensch.

    Jenseits von Eden, die Geburtsstunde des Stars, ist ein Klassiker dieser Epoche, in der die Amerikaner, verkennend, daß ihre großen Western längst die Funktion von Aischylos übernommen hatten, tragisch sein wollten wie die griechischsten Griechen, und gleichzeitig der Film, der am deutlichsten zeigt, daß der emotionale Kern aller amerikanischen Vater-Sohn-Dramen eben doch nur die Frage ist, ob der Alte am Wochenende das Auto rausrückt. Und das sagte ungleich charmanter Eddie Cochrans „Summertime Blues“, der es in ein paar Rock ’n’ Roll-Zeilen auf die lapidare Essenz brachte: „Meine Alten haben mir gesagt: Sohn, verdien’ dir erst mal ein paar Mark, wenn du unser Auto am nächsten Sonntag haben willst.“

    James Dean führte das Mißverständnis in die Kinogeschichte ein, daß sich inneres Leid auf der Leinwand am besten durch Sprachlosigkeit, gesenkten Kopf, mißtrauischen Blick und durch das Gebaren waidwunden Wilds oder eines vom Torero schon durchbohrten Stiers abbilden lasse. Er verwechselte das Schweigen des großen alten Westerners mit dem Schmollen des Jungen, dem man sein Spielzeug weggenommen hat.

    James Dean tut immerzu, als verberge er etwas, als sei etwas in seinem Schweigen eingeschlossen, irgendeine große Enttäuschung, die dieses Schweigen begründe oder rechtfertige. Aber da ist nichts, nur die eine flache Dimension. Eine Marilyn Monroe, die rollen- und imagebedingt gezwungen war, ihre wache Vielschichtigkeit zu verbergen, zeigt immer auch, während sie sich bemüht, etwas zu verbergen, daß sie es verbirgt, daß sie Widersprüche auszutragen hat.

    Unnötig wie die Konflikte, denen er in seinen verquälten Epen Ausdruck verlieh, war James Deans berühmter Heldentod. Unnötig und dumm. Man fährt nicht so blöd und schnell, auch dann nicht, wenn man, wie der Hollywood-Skandalchronist Kenneth Anger über Dean schrieb, früher oder später sowieso an Drogen, Alkohol und Disziplinlosigkeit zugrunde gegangen wäre.

    Er lieferte damit die Ermutigung für Dutzende von Film- und Popstars (eine Berufsgruppe, die schon immer gern früh starb), die auf der Bühne oder der Leinwand verkörperte Figur des selbstzerstörerischen, tragischen Monomanen ins Privatleben fortzusetzen. Er gab der Idee, daß, wer jung sterbe, auch schön sterbe, die definitive Nachkriegsform. Er aktualisierte Achilles und Valentino, und am scheußlichsten verkörpern dieses Mißverständnis von der Einheit von Leben und Werk die verpfuschten Leben von Janis Joplin und Jim Morrison.

    Kann man ihm wenigstens zugestehen, daß er das erste sexy Knuddeltier für Frauen war, das ganz Objekt war, ganz Projektionsfläche, weil seine Männlichkeit nichts mehr von Frauen forderte und eh nur gebrochen, schwul und künstlich war? Und wäre das nicht sehr modern?

    Wäre es, aber es ist nicht so. In James Dean sehen wir vielmehr die erste Befriedigung der seitdem nicht mehr verstummten Teenager-Forderung an die Kulturindustrie, Pubertätsnöte doch bitte aufzublasen wie ein echtes Drama. Eine berechtigte Forderung, aber James Dean war nur ein ungeschlachter Prototyp ihrer Erfüllung.

  • Ed Ruscha. Fernet Branca auf Leinwand

    Ein heißer August-Nachmittag in Nevada. Auf dem Interstate-Highway 15 bewegt sich mit 144 km/h ein 63er Buick Le
    Sabre in Richtung Süd-Südwest. Insassen: Ed Ruscha, Fahrer; Mason Williams, Werfer, und Patrick Blackwell, Fotograf. Exakt um 17 Uhr 07, Ortszeit, wirft Werfer Williams eine Schreibmaschine (Modell „Royal X“) aus dem Wagenfenster.

    Der Buick drosselt seine Geschwindigkeit, hält an. Die drei ernsten Männer steigen aus und untersuchen, ballistisch, geometrisch und astronomisch, den Grad der Zerstörung wie die Streuung der Maschinenbestandteile. Wortlos macht Blackwell seine kriminologischen Aufnahmen von der Unglücksstelle.

    Das war vor neunzehn Jahren. Die drei Männer, die die Zerstörung einer Schreibmaschine (als Buch: The Royal Road Test) untersuchen und dokumentieren wie den Absturz einer Verkehrsmaschine, sind seit dem getrennte Wege gegangen. Von Williams, der in den 60ern viel mit Ruscha gearbeitet hat und zu den interessantesten, ganz frühen, literarischen Singer/Songwritern gehört, und dem nicht zuletzt Lou Reed eine Menge verdankt (er harrt noch der Wiederentdeckung durch Eva, Lolita oder Line), hat man seit gut einem Jahrzehnt nichts mehr gehört. Ed Ruscha dagegen hat erst vor ein paar Monaten einen neuen persönlichen Verkaufspreisrekord aufgestellt. Als bildender Künstler. Irgendeine sechsstellige Summe in einer New Yorker Galerie.

    Anfang September kommt er nach Deutschland, zur Eröffnung seiner Ausstellung bei Tanja Grunert in Köln.

    In den 60er Jahren war Ed Ruscha in seinen 20ern. Er machte Pop-Art, arbeitete bei Spike Jones, an dem ihm gefiel, daß er seine Musiker mit Eiern bewarf. In einem Documenta-Katalog findet man den bizarren Satz: „Ich nahm auch die Kunst des Films zur Kenntnis.“ Er ist also ins Kino gegangen.

    Vor allem machte er kleine Bücher, die regelmäßig mit einem Haufen leerer Seiten endeten. Various Small Fires enthält alles von der Zigarette bis zum Würstchengrill, Colored People sind Fotografien von eher weniger anthropomorphen Kakteen, Records zeigt seine Plattensammlung (linke Seite: Cover, rechte Seite: Platte, Höhepunkt ist neben Standards von Velvet Underground, Screamin’ Jay Hawkins und Steppenwolf das Album der 17-jährigen Lesley Gore I’ll Cry If I Want To, Songtitel: „Cry Me A River“, „No More Tears Left To Cry“, „Judy’s Turn To Cry“, „Cry & You Cry Alone“, „Just Let Me Cry“, „Cry“ u. v. m. Natürlich hat Ed auch Soul von Wilson Pickett und ein paar Country-Platten). Seine Beschäftigung mit Schallplatten gipfelt später in seinem Gemälde „Unidentified Hit Record“ von 1977.

    Andere Bücher wie der launige Fotoroman Crackers, die Fotosammlungen von Parkplätzen, Tankstellen und zum Verkauf stehenden Immobilien in L.A. und die erwähnte Schreibmaschinenzerstörung in der sonnigen Wüste von Nevada, zu einer Zeit, als die Augen der Kunstwelt auf die Zerstörung von Tierinnereien und deren Vermanschung mit menschlichen Exkrementen in Wien gerichtet waren, machen aber nur die Hälfte von Ruschas Arbeit in den 60ern aus. Daneben machte er Pop-Art: Tankstellen, Gebäude, Spielchen mit Perspektiven und Schriften, vor allem Schriften.

    Schriften machten ihn in den 70ern endgültig berühmt. Pedantisch-exakte Gemälde mit Sätzen wie „Will 100 Artists Please Draw A 1950 Ford From Memory?“, „I Live Over In Valley View“ oder einfach „The Catholic Church“ (auf schwarzem Hintergrund) lösten die kleinen Dinge (Pillen, Schachteln, Ameisen u. ä., klein und verloren auf riesigen Farbflächen) ab, die ihn noch Anfang der 70er beschäftigten und auch den Stoff für sein Plakat der 72er Documenta abgaben. Die verschieden farbigen, oft monochromen Hintergründe für seine Sätze malte Ruscha aus den abenteuerlichsten Materialien: Spinat, Yoghurt, Ketchup, Eiweiß und Fernet Branca, verriebene Salatblätter und Shellack auf Moiré.

    Im Laufe der Zeit wurden die Schriften kleiner und die Hintergründe zu zurückgenommen-zarten, aber dramatischen Landschaften, vorzugsweise Abendhimmel (wenn man die attraktiven Schlieren mal interpretieren will), in denen die kleinen Sätze wie Figuren zu verschwinden drohten. Oh Theorie der Repräsentation! Was Ruscha 77 noch flächendeckend auf einen mehrfarbigen Hintergrund geschrieben hatte, kann heute als Motto mancher seiner Bilder, wie „Kay-Eye-Double-S“ (diese Buchstaben vor sehr langen, sehr vielen Horizontalen) oder „Just An Average Guy“ (kleiner Bleistiftmann vor dem gleichen Hintergrund) gelten: „Psychedelic Indian Guru New Mexico Fadeout Photo Realism“.

    So weit in groben Zügen das Werk Ruschas, dessen Bilder-Sätze in letzter Zeit auch noch des öfteren zu stottern anfingen: „You P-P-Polyester People“. Dieser Mann ist eines der letzten ungelüfteten Geheimnisse der zeitgenössischen Kunst. Nicht daß er zu den abseitigen, zu entdeckenden Geheimtips gehörte, seit mehr als einem Jahrzehnt ist er eigentlich überall dabei, wo sich die Stars treffen. Aber er hat es verstanden als sehr moderner, zugänglicher neo-dadaistischer Eigenbrötler nicht mit einer Generation und einer Attitüde auszubrennen. Das, was einen Sommer lang Laurie Anderson, zeitweise Andy Warhol, aber eben auch der nicht minder von Spike Jones beeinflußte frühe Zappa der LP Lumpy Gravy zu sagen hatten – amüsierte Phänomenologien der USA, aus dem Flugzeug gesehen, ohne den kritischen Gehalt der Observation jedem Agenten der Gegenseite auf das Butterbrot zu schmieren, Sinn für abstrus-schönen Humor und dezent-auftretenden Schweinereien (z. B. einen Schokoladen-Raum bei der Venedig-Biennale 1970, der später unbeabsichtigt von Ruschas Lieblingstieren, Ameisen, gefressen wurde), die sich nicht den beliebten Regeln der Provokation fügen –, vertritt Ruscha seit fast drei Dekaden.

    Das Gratislob, das das Feuilleton jedem schenkt, der schon lange dabei ist, und das dem Gemeinplatz „Er steht über den Trends“ folgt, ist nicht das, was ich Ruscha anbieten will. Das Schöne an ihm ist: seine Sachen sehen eigentlich trendy aus und er hat sich auch nicht gescheut, Medien zu wechseln wie Hemden (um dann im obskursten Moment zehn Jahre oder so danach, irgendein altes Projekt weiterzuverfolgen). Er ist eher einer wie Polke oder Kim Fowley, einer der nicht nur das Richtige schon lange zu sagen hat, nicht nur strategisches Bewußtsein kultiviert (also ein Gespür dafür, wann man wo Aussagen richtig plazieren muß und daß es ohne Aussagen keine Kunst gibt), nicht nur im richtigen Moment kleine Verzweiflungen und im falschen hippiehafte Freundlichkeiten zum Verkauf anbietet, sondern auch sein strategisches Bewußtsein nicht stolz wie ein Gockel zu einem Teil seines Produktes erhebt und damit natürlich mit verscheuert und der Gegenseite zur Verfügung stellt, wie das Gros der Künstler unserer Generation.

    Von den intelligenten 60er-Jahre-Künstlern der USA hat er als Einziger an der West Coast überlebt und sein Humor steht der Country-Musik, dem distanziert freundlichen, aber nicht minder bösem Songwritertum eines Loudon Wainwright III näher als den urbanen Intellektualismen New Yorks. Wie Polke steht er für das Bessere im geistig-kulturellen Erbe der Hippies. Kim Fowleys gestottertes „Invasion Of The Polaroid People“ dürfte direkt von Ruscha inspiriert sein.